Foto: Antje Eickhoff

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Sammlung Immovielien: Blaue Blume in Friedrichshafen

Wie legalisiert man einen Bauwagenplatz als Kultur- und experimentelles Wohnprojekt? Was braucht es dafür und welche Auflagen und Hindernisse stellen sich? Wer mehr darüber erfahren möchte, dem sei unsere aktuellstes Projekt in der Sammlung Immovielien empfohlen. Ein virtueller Ausflug nach Friedrichshafen am Bodensee, klickt mal rein!

Ein experimenteller Freiraum für Projekte jeglicher Art, eine Ermöglichungsplattform für Veranstaltungen in den Bereichen Kultur, Kunst, Bildung, Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung, Selbstfindung und ein nachhaltiges, achtsames Wohnprojekt in Wagen und fliegenden Bauten. Und das alles im eher braven Touristenstädtchen Friedrichshafen am Bodensee.

Offenheit, Sympathie und Transparenz zu allen Seiten haben sich durchgesetzt und der immer wieder geäußerte Wunsch nach einem legalen und gesicherten Standort für die Blaue Blume ist endlich erfüllt. Davor liegen mehr als zwei Jahre der Suche nach einem geeigneten Ort und der Frustration als Kultur- und Lebensprojekt nicht wahrgenommen zu werden. Erst durch die Besetzung der Wiese am Windhagener Hügel im November 2015, rund 1500 Meter vom jetzigen Standort entfernt, kam Bewegung in das Anliegen der Blauen Blume. Es folgten 15 Monate Gespräche und Verhandlungen mit Politik und Verwaltung bis der Gemeinderat im Februar 2017 der Verpachtung des städtischen Grundstücks am Fallenbrunnen zustimmte. Nach weiteren sechs Monaten stetiger fachkundiger Verhandlungen wurde die Baugenehmigung erteilt. Dabei halfen mehrere Architektur- und Planungsbüros pro bono. Und vom Verein war von Anfang an sehr viel Eigenleistung gefragt. Besonders in der Umzugs- und Bauzeit galt es Gräben für die Ver- und Entsorgungsanschlüsse auszuheben oder Toiletten- und Waschwagen zu bauen. Auch Rettungswege und bauliche Details an den Fahrzeugen waren zu meistern.

Die Entstehungsgeschichte der Blauen Blume und noch 33 weitere Projekte findet Ihr ausführlich dargestellt auf der Seite der Sammlung Immovielien. Sie können Inspiration und Hilfestellung für Euch Immovielienmacher sein. Viel Spaß beim Lesen!

 

Autor/en

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Antje Eickhoff Team Neue Nachbarschaft der Montag Stiftung Urbane Räume: Antje Eickhoff (Dipl.-Ing. Raumplanung) ist zuständig für die Themen der Neuen Nachbarschaft, Initialkapital und Quartiersentwicklung. Sie bringt Erfahrungen aus dem Quartiersmanagement und aus der Stadterneuerung in Köln, Bonn, Düsseldorf und Bergheim mit und ist als Fachkraft für barrierefreies Bauen ausgebildet.