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NRW-Landespreis geht an die „Alte Samtweberei“ in Krefeld

In Krefeld ist aus einem leerstehenden Industriebauwerk eine lebendige, gemeinschaftliche und gemischt genutzte Immobilie entstanden, deren innovatives Wohnprojekt nun mit dem „NRW-Landespreis für Architektur, Wohnungs- und Städtebau – Gutes Bauen im öffentlich geförderten Wohnungsbau“ belohnt wird. Die Preisverleihung findet am 9. Oktober um 17 Uhr im Kunstmuseum K21 in Düsseldorf statt. Herzlichen Glückwunsch!

Die Jury bezeichnet das Konzept „Alte Samtweberei“ als „einfach und intelligent“, „ein Wohnungsbauprojekt, das die vielfältigen gewerblichen, kulturellen und gemeinschaftlichen Nutzungen abrundet und zur Ausbildung eines besonderen und vitalen Orts in einem ehemals problematischen Gründerzeit-Quartier sinnfällig beiträgt.“ Ausgezeichnet werden neun weitere herausragende NRW-Wohnkonzepte mit erschwinglichen Mieten.
Die „Alte Samtweberei“ in Krefeld zeigt, dass in NRW längst Praxis ist, was bundespolitisch diskutiert wird: mit einfachen Mitteln und nachbarschaftlichem Engagement bezahlbaren und gemeinwohlorientierten Wohnraum schaffen, der förderliche Impulse für die gesamte Stadtentwicklung gibt. Das Projekt beherbergt 37 Wohneinheiten, mit heterogen durchmischter Mieterschaft, etwa 50 Unternehmen aus der Kreativwirtschaft, diverse Vereine und zusätzliche Gemeinschaftsräumlichkeiten. Für den Bestand und das soziale Miteinander leisten alle Mieter sogenannte Viertelstunden, mit denen sie Projekte der Nachbarschaft aktiv unterstützen. Zudem bleibt das Projekt durch den Rückfluss der erzielten Mietrendite auch wirtschaftlich durch und durch gemeinwohlorientiert: Der ehrenamtliche Viertelsrat entscheidet, in welche nachbarschaftlichen Projekte bis zu 60.000 € pro Jahr gesteckt werden, die wiederum dem Wohnumfeld und den Bewohnern zugutekommen. Das nachbarschaftliche und nachhaltige Lebensraumkonzept wurde von Beginn an getragen von der Montag Stiftung Urbane Räume, deren Ziel es ist, gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklungen in der Stadtentwicklungspraxis zu verankern. Die Stiftung ist davon überzeugt, dass die Basis einer chancengerechten urbanen Gesellschaft, in der Entwicklung vielfältiger sowie sozial, funktional und baulich gemischter Quartiere liegt. Zivilgesellschaftliche Akteure, die selbstorganisiert Immobilien für viele – Immovielien – entwickeln und sich für ihre Nachbarschaft engagieren, sind ein wichtiger Akteur einer kooperativen Stadtentwicklung.


Auch in unserer Beispielsammlung Immovielien erhaltet Ihr umfassende Informationen über die Alte Samtweberei.

 

Autor/en

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Kristin Gehm Seit der ersten Stunde der Montag Stiftung Urbane Räume 2006 ist Kristin Gehm mit an Bord. Erst zum Thema Pädagogische Architektur tätig, ist sie seit 2014 ein Teil des Teams Neue Nachbarschaft. Sie hat in Nürnberg Architektur und in Bamberg Denkmalpflege studiert, bevor sie 2004 in Dortmund im Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung ihr Berufsleben begonnen hat.