Gutes Wohnen beim Mietshäuser Syndikat Freiburg - Foto: Susanne Küppers

Gutes Wohnen beim Mietshäuser Syndikat Freiburg - Foto: Susanne Küppers

Lesetipp: Zwei Veröffentlichungen der Rosa-Luxemburg-Stiftung zum Thema Wohnen

Mietsteigerung, Verdrängung, Wohnungsmangel – die Wohnungskrise in den deutschen Groß- und Universitätsstädten verstärkt sich und die bisher angewandten Strategien und Lösungsansätze wie Neubau, Mietpreisbremse oder Milieuschutz erzielen bisher kaum erkennbare Wirkung. In zwei Veröffentlichungen der Rosa-Luxemburg-Stiftung wird das Thema Wohnen in den Mittelpunkt gerückt. Zum einen Behauptungen zum Wohnungsmarkt entlarvt und zum anderen das Konzept einer Neuen Wohnungsgemeinnützigkeit vorgestellt. Reinlesen lohnt sich!

Muss Wohnen immer teuer sein? Mythen und Behauptungen über Wohnen, Miete, Kaufen

In der Veröffentlichungsreihe „luxemburg argumente“ werden Mythen, Behauptungen und Fakten zu unterschiedlichen Themen unter die Lupe genommen. In diesem Fall geht es um: Wohnen, Miete, Kaufen. Dabei werden gängige Annahmen und Statements u.a. von „Experten“, Abgeordneten und Medienvertretern zum Thema Wohnen hinterfragt.

Zum Beispiel wird die Aussage „Die Mietpreise steigen in allen Metropolen – was hier passiert, ist ganz normal“ des Sprechers der Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft STEG, beleuchtet. Die Behauptung, dass es sich bei Verdrängungs- und Gentrifizierungsprozessen um einen „natürlichen Prozess“ handelt, wird dekonstruiert und als Ergebnis von wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen dargestellt.

Weitere Mythen, die anhand von Zitaten entlarvt werden, drehen sich um alternative Wohnformen, Mietrecht, Neubau, Modernisierung und sozialen Wohnungsbau. Wer mehr lesen möchte findet die Broschüre hier.

Neue Wohnungsgemeinnützigkeit. Voraussetzungen, Modelle und Erwartete Effekte

Auch die zweite Publikation der Rosa-Luxemburg-Stiftung befasst sich mit wohnungspolitischen Fragen. Andrej Holm, Sabine Horlitz und Inga Jensen beschäftigen sich in der Studie mit der „aktuellen Debatte um die Einführung einer Neuen Wohnungsgemeinnützigkeit“ (S.6). Dabei werden zunächst die Auswirkungen der Privatisierung, Deregulierung und Liberalisierung der Wohnungspolitik und der damit verbundenen Abschaffung der Wohnungsgemeinnützigkeit seit den 1990er Jahren dargestellt. Die aktuelle Krise der Wohnungsversorgung wird im Anschluss daran als Ausgangslage zur Diskussion einer Neuen Wohnungsgemeinnützigkeit herangezogen. Welche Prinzipien einer Neuen Wohnungsgemeinnützigkeit zugrunde liegen müssten, wie sie gestaltet werden und welche Auswirkungen und Effekte die Einführung einer solchen Wohnungsgemeinnützigkeit haben könnte, wird im Anschluss daran erläutert.

Die ganze Studie findet Ihr hier

Autor/en

Foto: Sandra Scholten

Hannah Brill b.sc. Geographie unterstützt das Team Neue Nachbarschaft seit April 2016.