Foto: Sandra Scholten, Montag Stiftung Urbane Räume gAG

Foto: Sandra Scholten, Montag Stiftung Urbane Räume gAG

Das war die 6. Werkstatt in Bremen im Café Noon und in der Villa Ichon!

„Wir werden uns jetzt 48 Stunden lieben“ so lautete die „Androhung“ von Daniel Schnier (AAA, Bremen) bei der Begrüßung der Werkstattteilnehmer am Freitagmorgen in Bremen. AAA war bei der 6. Werkstatt in Bremen lokaler Partner. 16 Projekte aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands trudelten am Freitagmorgen nach und nach im Café Noon ein – einem großen, offen und kreativ gestalteten Raum, der zu Begegnung einlädt. Bei Kaffee, Tee, Obst und Bretzeln begannen erste, noch etwas zurückhaltende aber interessierte Gespräche und gegenseitiges Beschnuppern. Und dann ging es auch schon los.

Bei lockeren Aufstellungen im Raum zu verschiedenen Fragestellungen konnten sich die Projektmacher erstmals kennen lernen und ihre Begeisterung für die eigenen Projekte teilen. Dabei wurde schnell klar, dass die Projektmacher der Immovielien bunt durchmischt waren. Die verschiedenen Projekte befanden sich in ganz unterschiedlichen Stadien: „von der Anfangsphase über die erste Häutung bis zur Professionalisierung“, wie Frauke Burgdorff zusammenfassend bemerkte. Danach ging es weiter mit der Vorstellung der acht Ratgeber. Sowohl „alte Hasen“, die schon zum 6. Mal die Werkstatt als Berater begleiten, als auch „frische Profi´s“ waren dieses Mal dabei.

Nach dem Mittagessen spazierten alle zusammen zur nahgelegenen Villa Ichon, die in einem illustren Vortrag von Daniel Schnier als traditionsreiche linke und baulich beeindruckende Immovielie vorgestellt wurde. Im Anschluss ging´s ans Eingemachte. In kleineren Gruppen mit jeweils zwei Ratgebern war dann Zeit zum Sortieren, Schärfen der Fragestellung und Aufdecken von Problemlagen. Erste hilfreiche Empfehlungen wurden ausgesprochen und Besonderheiten der Immovielien und Projekte thematisiert.

Bei „gelockerter Vernunft“ am Abend, unterstützt durch Essen, Getränke und eine angenehm maritime Atmosphäre im Café Sand, wurden die begonnen Gespräche fortgeführt und neue Netzwerke geknüpft.

Im Barcamp Format startete der zweite intensive Beratungstag. Jedes Projekt brachte dabei seine wichtigste Frage ein und wählte zwei Wunschberater. Jede Immovielie hatte 45 Minuten Zeit für ihre jeweilige Kernfrage. In den Ecken des Noon und draußen auf dem Hof rauchten die Köpfe in parallel vier Gruppen. Themen wie Betriebsmodelle, Finanzierung, Teamstrukturen, Kommunikation, Projektsteuerung, Professionalisierung, Rechtsfragen und vieles mehr standen dabei im Fokus. Manchmal ging es auch darum, wie Beraterin Kerstin Asher von startklar.projekt.kommunikation bemerkte, das Projekt „auf den Kopf zu stellen und von hinten zu denken“. Anreize schaffen, das eigene Tun auch mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten, neue Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, aber auch Wertschätzung für die bisherige Leistung mitzugeben, das stand im Mittelpunkt der Beratungen.

Nach der intensiven Beratungsphase wirkten alle etwas erschöpft, aber dennoch zufrieden. Jetzt sei es wichtig, die neuen Informationen und Tipps auch zu Hause mit den anderen Projektmachern aufzuarbeiten, erklärte Karolin Süßmann von der IG Fortuna aus Leipzig.

Am Ende herrschte bei der Verabschiedung durch Kristin Gehm von der Montag Stiftung Urbane Räume eine heitere Stimmung. Sogar die „Androhung“ von Daniel Schnier trug Früchte: Viele Projektmacher unterhielten sich intensiv im Verlauf der zwei Tage miteinander, gaben sich gegenseitig Hilfestellungen und Ratschläge, tauschten fleißig Kontaktdaten aus und verabredeten sogar, sich gegenseitig zu besuchen.

Autor/en

Foto: Sandra Scholten

Hannah Brill b.sc. Geographie unterstützt das Team Neue Nachbarschaft seit April 2016.