Illustration: Jana van Thiel

Illustration: Jana van Thiel

Gemeinsam stark – Hinweise zur Teilhabe in einer offenen gemeinwohlorientierten Nachbarschaft

Immovielien und andere spannende Projekte für eine gemeinwohlorientierte Nachbarschaft werden zunehmend von neuen Akteuren umgesetzt, wie etwa Geflüchteten und anderen Migrantinnen und Migranten. Für sie hat die Stiftung Bürgermut ein paar Hinweise zusammengestellt:

Arbeiten in gemischten Teams

Oft tun sich Zugezogene und Alteingesessene zusammen, um ein Nachbarschaftsprojekt umzusetzen. Bei aller Expertise der „Locals“ – welche Bedarfe beispielsweise Geflüchtete haben, wissen diese selbst am besten. Sie sind die eigentlichen Experten im Team. Planen Sie nie ein Projekt FÜR eine bestimmte Gruppe, sondern immer MIT ihr.

Das Rad nicht neu erfinden

Für viele Projekte gibt es bereits Vorbilder. Finden Sie die „Vorturner“, die ähnliche Pläne bereits umgesetzt haben. Sprechen Sie diese an und lernen Sie von ihnen. Das spart Zeit, Nerven und Geld. Zusätzlich gibt es Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Wohlfahrtsverbänden oder Migrantenselbstorganisationen, die sich hervorragend auskennen, was etwa gesetzliche Rahmenbedingungen angeht, aber auch Finanzierungsmöglichkeiten. Nutzen Sie deren spezifisches Wissen bereits im Vorfeld.

Nachbarschaft ins Boot holen

Binden Sie gleich zu Anfang die Bewohnerinnen und Bewohner der Umgebung ein. Laden Sie die Nachbarschaft nicht erst zur Eröffnungsfeier ein, sondern kündigen Sie frühzeitig an, was Sie planen und laden Sie zum Mitmachen ein. Das schafft Akzeptanz und gibt wertvolle Impulse.

Zuhören & Konflikte lösen

Gerade in heterogenen Teams ist die Bereitschaft zum Zuhören wichtig, um Konflikte zu vermeiden. Hier kann ein einfaches Werkzeug helfen, die MEAO-Methode. Sie steht für das gründliche Reflektieren des Gehörten; das Herausfinden der tatsächlichen Bedeutung; das Anerkennen neuer Gedanken und das Anbieten der eigenen Sicht auf die Dinge.

Experimentieren, umsteuern, Geduld haben

Selten funktioniert etwas beim ersten Versuch. Vielleicht verlieren Sie ein Team-Mitglied aufgrund seines unsicheren Aufenthaltsstatus oder eine Gesetzesänderung torpediert Ihr Vorhaben. Verfolgen Sie daher nicht den einen Masterplan, sondern stellen Sie sich agil auf Veränderungen im Projekt ein. Starten Sie klein, experimentieren Sie mit neuen Ideen und haben Sie Geduld.

Über die Stiftung Bürgermut: Die Verbreitung herausragender sozialer Lösungen unterstützen – das ist das Anliegen der Stiftung Bürgermut. Sie veranstaltet Vernetzungstreffen, Webinare, Workshops und stellt Transfer-Wissen zur Verfügung. Mit den Projekten openTransfer #Ankommen und openTransfer #Patenschaften werden gezielt Initiativen im Bereich Geflüchtete (in NRW bzw. Ostdeutschland) unterstützt. Aktuell können sich Initiativen für ein Skalierungs-Stipendium bewerben – eine mehrmonatige Unterstützung bei der Verbreitung ihres Projekts.

 

Autor/en

Foto: Stefan Erhard

Henrik Flor arbeitet als Redaktionsleiter bei der Stiftung Bürgermut. Er ist Diplom-Politologe und war nach einem Verlagsvolontariat in einer Full-Service-Agentur tätig. Als freier Autor (u. a. für politik-digital) beschäftigt er sich mit Themen an der Schnittstelle von Politik und neuen Medien. Er ist Gründungsmitglied des Berliner Netzdemokraten e. V., der webbasierte Partizipationsprojekte konzipiert und realisiert.