Die Mutter des Mietshäuser Syndikat: Grether Freiburg - Foto: Susanne Küppers

Die Mutter des Mietshäuser Syndikat: Grether Freiburg - Foto: Susanne Küppers

Filmtipp „Das ist unser Haus!“ vom Mietshäuser Syndikat jetzt online

Wer schon immer genau wissen wollte, was die vom Mietshäuser Syndikat eigentlich machen und wie das System funktioniert, sollte sich unbedingt Zeit nehmen für diesen Film mit vielen Interviews aus Projekten in Stadt und Land.

Der Film erläutert das solidarische Modell des Syndikats, mit dem sich auch finanzschwache Gruppen bezahlbare Räume in Gemeineigentum sichern können. Ein Film, soll dazu anregen und ermutigen ein Hausprojekt in Eigenregie im Syndikatsverbund zu starten.

Ein Film der Autoren und Produzenten Burkhard Grießenauer, Daniel Kunle und Holger Lauinger entstanden mit Hilfe des SEELAND Medienkooperative e.V. und mit Unterstützung u.a. der Montag Stiftung Urbane Räume. Hier geht´s direkt zum Film

Hintergrund zum Syndikat

Im Jahr 2016 sind es schon 112 Hausprojekte und 23 Projektinitiativen (Vorstufte der Hausprojekte, die sich ihr Haus erst noch aneignen wollen), die einen festen Verbund bilden. Das Bindeglied, das diesen Verbund herstellt, ist das Mietshäuser Syndikat. Allen Projekten (Hausvereinen) gemeinsam ist der kollektive Wunsch nach einem Haus, in dem es sich selbstbestimmt leben und/oder arbeiten lässt, dem nicht irgendwann die Zwangsräumung oder Abrissbirne winkt; mit bezahlbaren Räumen, die nicht durch Hausverkauf oder Umnutzung latent bedroht sind.

Die Projekhäuser, werden nicht Eigentum des Syndikats, sondern der GmbH, in der der jeweilige Hausverein und das Mietshäuser Syndikat vertreten sind. Hausverein und Mietshäuser Syndikat haben in der GmbH Stimmenparität, so dass Verkauf oder Umwandlung nur einvernehmlich möglich sind. Über den Verein verwalten die Nutzer ihr Objekt eigenverantwortlich. Fragen wie Wer zieht ein? Wie werden Kredite besorgt? Wie wird umgebaut? Wie hoch ist die Miete? beantwortet der Verein alleine.

Natürlich fehlen dem Hausverein anfangs zum Kauf die nötigen Gelder. Er muss mit Krediten von der Bank und/oder Direktkrediten von Unterstützern und Familie die Gelder auftreiben. Diese Anfangsphase, in der die Zinskosten am höchsten sind, gleicht bei jedem Hausprojekt einem ökonomischen Drahtseilakt. Aber Jahre später sieht die Lage in der Regel entspannter aus.

Da bei einer größeren Anzahl von Projekten nicht alle gleichzeitig in der schwierigen Anfangsphase sind, wurde der „Soli“, eine Abgabe pro qm Nutzfläche als Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Situationen verschiedener Hausprojekte eingeführt. Etablierte Altprojekte beraten neue Projektinitiativen und stellen ihr Know-how zur Verfügung. Außerdem transferieren die Altprojekte Überschüsse zu Gunsten neuer Projektinitiativen. Ein solcher Ausgleich zwischen selbstständigen Hausvereinen und autonomen Hausprojekten geht aber nicht von selbst über die Bühne, sondern will organisiert sein: Es muss vor allem eine dauerhafte Verknüpfung zwischen den Projekten hergestellt werden, das die erforderliche Kommunikation möglich macht. Die Organisation eines solchen Solidarzusammenhangs ist die Idee des Mietshäuser Syndikats. Sie wurde erstmalig 1989 beim Freiburger Grethergelände formuliert.

Zur Finanzierung konkret:

Der Anteil des Mietshäuser Syndikats am Kapital jeder Hausbesitz-GmbH beträgt in der Regel 12.400 €. Der Anteil des Hausvereins ist 12.600 €. Das ergibt zusammen das so genannte Stammkapital der GmbH von 25.000 €, das zum Hauskauf verwendet wird. Der Fehlbetrag wird dann über Direktkredite und/oder Bankkredite finanziert. https://www.syndikat.org

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Antje Eickhoff Team Neue Nachbarschaft der Montag Stiftung Urbane Räume: Antje Eickhoff (Dipl.-Ing. Raumplanung) ist zuständig für die Themen der Neuen Nachbarschaft, Initialkapital und Quartiersentwicklung. Sie bringt Erfahrungen aus dem Quartiersmanagement und aus der Stadterneuerung in Köln, Bonn, Düsseldorf und Bergheim mit und ist als Fachkraft für barrierefreies Bauen ausgebildet.