Foto: Thomas Puschmann

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3 Tage eingetaucht in Immovielien – die Urbane Werkstatt Leipzig

Der Haus- und Wagenrat e.V. und das Leipziger Bildungswerk „Stadt von unten“ e.V. luden gemeinsam mit uns – dem Team Neue Nachbarschaft – zur Expedition in den Leipziger Dschungel ein. Basis und Expeditionsstart war das Hostel Eden, die Dschungelforscher kamen aus ganz Deutschland: Rostock, Görlitz, Gelsenkirchen, Frankfurt, Fürth, Halle, Dresden, Hamburg…. All diese Immovielienmacher ließen sich auf drei Tage miteinander ein: Lernen voneinander, Motivieren, Kennenlernen spannender Leipziger Immovielien. Sie gingen gestärkt, inspiriert, begeistert und ein bisschen müde wieder zurück in ihre Projekte.

Leipzig hat eine Fülle zu bieten: Gemeinschaftsgärten, kollektive Hausprojekte mit öffentlichen Räumen, Wagenplätze, Bauspielplätze und vieles mehr. An allen Ecken und Enden ist der Mut und die Kreativität des Selbstgestaltens und in die Hand nehmens erlebbar. 13 Expeditionsziele standen zur Wahl: vom Haushalten e.V. , der mit seinen „Wächterhäusern“ und „AusBauHäusern“ Nutzungs- und Beratungsmodelle zur Wiederbelebung von Gebäuden und Ladenlokalen entwickelt, über die ganze Bäckerei, ein kollektiv verwaltetes Hausprojekt, das das Erdgeschoss für die Nachbarschaft öffnet für Café, Seminare, „Essen für alle“, bis hin zum Bürgerbahnhof Plagwitz, ein ehemaliges Gleis- und Bahnhofsgelände, das in Zusammenarbeit zwischen städtischen Ämtern und der „Initiative Bürgerbahnhof Plagwitz“ umgestaltet wurde. Auch Gärten wie die Nachbarschaftsgärten und Annalinde öffneten ihre Tore.

Insgesamt etwa 30 Dschungelforscher, unter anderem von der Waterkant in Grimma, Borsig 11 in Dortmund, Freiraum Würzburg, Bonni aus Gelsenkirchen waren eingeladen, die Projekte in der Tiefe kennen zu lernen, um für die eigenen Initiativen möglichst viel von den Erfahrungen der anderen zu profitieren. Viele Immovielien geraten an immer wieder gleiche Herausforderungen. Also warum nicht von den anderen Lernen und deren Wissen auf die eigene Fragestellung adaptieren, als immer wieder mühsam das Rad neu zu erfinden?

Und neben den Exkursionen war genug Zeit, konkret an den aktuellen Herausforderungen zu arbeiten, sich von Fachleuten Rat einzuholen und gemeinsam Fragen zu beantworten. Wie können wir noch niedrigschwelliger werden? Wie können wir langfristig bestehen? Wie verhandelt man mit Politik und Verwaltung? Handfeste Hinweise und Hilfestellungen wurden gesammelt und allen Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Kraft und Erfolg bei ihren Vorhaben und sagen Danke für den Einblick in Eure Immovielien! Zur guten Stimmung hat auch die kreative und offene Atmosphäre im Hostel Eden beigetragen, in dem jeder Raum individuell von anderen Künstlern gestaltet wurde und das mit Terrasse und Garten genau der richtige Tagungsort war. Es hat Spaß gemacht und wir haben viel gelernt!


Besuchte Projekte in Leipzig:

Teilnehmende Projekte:

 

Autor/en

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Kristin Gehm Seit der ersten Stunde der Montag Stiftung Urbane Räume 2006 ist Kristin Gehm mit an Bord. Erst zum Thema Pädagogische Architektur tätig, ist sie seit 2014 ein Teil des Teams Neue Nachbarschaft. Sie hat in Nürnberg Architektur und in Bamberg Denkmalpflege studiert, bevor sie 2004 in Dortmund im Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung ihr Berufsleben begonnen hat.