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Nachbarn im globalen Dorf – Willkommenskultur in Frankfurt

am 09. September 2015 | in Blog-Slider, Initiativen im Profil, Positionen & Diskussionen | von | mit Keine Kommentare

Eine internationale Stadtgesellschaft wie in Frankfurt braucht ganz besonderes Engagement, damit der Kitt zwischen den Kulturen nicht brüchig wird. Der Verein GlobalLokal hat sich vorgenommen, dieses Thema mit dem Wohnen und der Nachbarschaft zu verbinden und seine Ideen dazu auf einer Veranstaltung zum Thema Willkommenskultur öffentlich gemacht.

Der Verein GlobalLokal wurde von einer bunten Mischung aus international tätigen Menschen gegründet, die aus unterschiedlichsten Motiven in Frankfurt Wurzeln geschlagen haben. Sie haben hier ein Zuhause gefunden, weil sie willkommen waren und Menschen begegnet sind, die sie in ihre sozialen Netze mitgenommen haben. Dieses Glück möchten sie nun teilen und so in die nächste Generation tragen. Denn in einer Stadt, in der – so wusste die Integrationsdezernentin Frau Eskandari Grünberg zu berichten – jeder Zweite einen Migrationshintergrund hat, braucht es ganz besonderes öffentliches und zivilgesellschaftliches Engagement, damit der Kitt zwischen den Kulturen nicht bröckelt. Dabei bemühen sich die Stadt Frankfurt und das Land Hessen intensiv, den Neuankömmlingen den Weg  in die Arbeitswelt und in ein neues Zuhause zu ebnen. Eigene Programme der Handwerkskammer, ein WELCOMECENTER und spezielle Programme der Agentur für Arbeit zeugen davon.

Dass dies angesichts des Fachkräftemangels eine ökonomisch vernünftige Strategie ist, erläuterte Frau Walther mit wenigen beeindruckenden Zahlen aus aktuellen Forschungen der Bertelsmann Stiftung. Dass Willkommenskultur auch weit über diese Argumente der ökonomischen Nützlichkeit hinausgehen muss angesichts der Flüchtlingszahlen der letzten Wochen, da waren sich nahezu alle 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung einig.

Doch wie wird Willkommen konkret? Wie können gerade die jungen neuen Mitbürger rasch Fuß fassen, ohne sich für die Ewigkeit in einer sozialen Gemeinschaft festlegen zu müssen? Dafür hat GlobalLokal eine mögliche Lösung entwickelt. Der Verein will ein Wohnprojekt aus 20 Parteien gründen und in drei Wohngemeinschaften Wohnmöglichkeiten für ca. 9 junge Zuwandererinnen und Zuwanderer zur Verfügung stellen, die in Deutschland eine Ausbildung machen wollen. Zusätzlich bietet der Verein bereits heute Beratung für Neuankömmlinge an und eröffnet einen menschlichen, formularfreien und doch professionellen Raum der Beratung beim Einstieg in die Berufswelt. So will der Verein „Wohnen UND Wirken“,  das heißt dem Eigenen und der Gemeinschaft zu Nutze sein.

Für den Bau des Projektes wird gerade mit einer größeren Genossenschaft verhandelt, um die Anfangsinvestitionen bewältigen zu können. Allerdings fehlt noch ein kurzfristig verfügbares und passendes Objekt oder Grundstück, um wirklich durch starten zu können. Wer Hinweise hat oder den Verein in seiner Arbeit mit den jungen Migrantinnen und Migranten unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, sich bei Global Lokal zu melden. Wir werden an dieser Stelle über den weiteren Verlauf des Projektes berichten.

Weiterführende Links

GlobalLokal e.V.

WELCOMECENTER Hessen

Integrations- und Diversitätsbericht Stadt Frankfurt

 

 

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Frauke Burgdorff Team Neue Nachbarschaft der Montag Stiftung Urbane Räume. Frauke Burgdorff (* 1970) ist seit 2006 Vorstand der Montag Stiftung Urbane Räume, die sich vor allem in Themen der Quartiersentwicklung und des Bildungsbaus engagiert. Sie hat Raumplanung in Kaiserslautern und Dortmund studiert, anschließend in Antwerpen, Gelsenkirchen und Aachen als Stadtplanerin, Stadtforscherin und Geschäftsführerin der Initiative StadtBauKultur NRW gearbeitet. Sie hat zahlreiche Schriften zu Themen der Quartiers- und Stadtentwicklung verfasst und Bücher herausgegeben.

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