Stadtvonunten

Nachbarn bewegen die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Berlin ist einmal wieder in heller Aufregung. Der Finanzausschuss des Bundesrates hat Ende April entschieden, dass die Bundeseigene Immobiliengesellschaft (BIMA) ein Grundstück in Kreuzberg (das sogenannte Dragonerareal) erst einmal nicht zum höchsten Preis verkaufen darf. Wie jetzt, werden Sie fragen:  Bund gegen Stadt? Was hat das mit Nachbarschaften zu tun?

Denn dieser komplexe politische Vorgang ist eigentlich ein bisschen zu viel für normales nachbarschaftliches Engagement. Aber Berlin wird hier endlich einmal seinem Ruf als Vorreiter für innovative Projekte gerecht. Unter dem Namen „Stadt von unten“ hat sich eine Gruppe Engagierter und Nachbarn zusammen getan, die sich dafür einsetzt, dass Flächen der öffentlichen Hände so weit wie möglich im Interesse des Allgemeinwohls und in Kooperation von öffentlicher Hand und Zivilgesellschaft entwickelt werden.

Dabei geht es auf keinen Fall um die Verhinderung des Bauens, sondern vor allem um die Herstellung kostengünstigen Wohnraums in einer lebendigen Nachbarschaft. „Stadt von unten“ hält es – genauso wie der Finanzsenator Berlins und der Bezirk – für angemessen, dass der Bund dies mit einem Verkauf seiner Grundstücke für den Verkehrswert an die Kommunen unterstützt. Denn so können die klammen Kommunen wiederum möglichst große Spielräume für gute Konzepte auf ihren Flächen aufbauen. Und das nicht nur in Berlin!

Wir wünschen den Engagierten von „Stadt von unten“ und dem Berliner Finanzsenator viel Erfolg dabei, den Höchstpreisverkauf des Dragonerareals auch in der abschließenden Beratung im Bundesrat Ende Juni abzuwenden!

 

Laufende Informationen zum Verfahren finden Sie hier: http://stadtvonunten.de/

Eine Stellungnahme des Berliner Finanzsenators hier: http://www.berlin.de/sen/finanzen/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung.301296.php

Und Aktuelles zum Streit zwischen Bund und Land (Berlin) aus dem Tagesspiegel hier:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/verkauf-umstrittener-immobilien-in-berlin-bund-verklagt-bezirk-tempelhof-schoeneberg/11783752.html

 

 

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Frauke Burgdorff Team Neue Nachbarschaft der Montag Stiftung Urbane Räume. Frauke Burgdorff (* 1970) ist seit 2006 Vorstand der Montag Stiftung Urbane Räume, die sich vor allem in Themen der Quartiersentwicklung und des Bildungsbaus engagiert. Sie hat Raumplanung in Kaiserslautern und Dortmund studiert, anschließend in Antwerpen, Gelsenkirchen und Aachen als Stadtplanerin, Stadtforscherin und Geschäftsführerin der Initiative StadtBauKultur NRW gearbeitet. Sie hat zahlreiche Schriften zu Themen der Quartiers- und Stadtentwicklung verfasst und Bücher herausgegeben.


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