Grafik: HautpwegNebenwege/Fred Fuchs, Köln

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Wirtschaftliche Teilbereiche gemeinnütziger Organisationen

Wenn eine gemeinnützige Organisation einen notwendigen und untrennbaren Teil ihrer gemeinnützigen Arbeit wirtschaftlich ausrichten muss, nennt man diesen Teil Zweckbetrieb. Im Gegensatz zum wirtschaftlichen Betrieb z.B. einem Café sind die Umsätze eines Zweckbetriebs steuerlich begünstigt. Die meisten Nachbarschaftsinitiativen dürften allerdings keinen Zweckbetrieb, sondern gewerbliche Betriebe unterhalten.

Man spricht von einem Zweckbetrieb, wenn – stark vereinfacht – der Geschäftsbetrieb in seiner Gesamtrichtung dazu dient, die satzungsmäßigen Zwecke zu verwirklichen, die Zwecke nur durch einen solchen Geschäftsbetrieb erreicht werden können (etwa Alten- und Pflegeh- oder Studentenwohnheime) und dieser nicht in Konkurrenz zu anderen Marktakteuren steht, die nicht steuerlich begünstigt sind (§ 65 AO). Den meisten Nachbarschaftsinitiativen dürften mit ihren Angeboten eher keine Zweckbetriebe unterhalten, denn ihre Satzungszwecke lassen sich in der Regel auch auf nichtgewerblichem Weg erfüllen. Mit Nachbarschaftscafés zum Beispiel stehen sie ggf. sogar in Konkurrenz zu Dritten. Für Einnahmen aus solchen Betrieben wird man also Steuern zahlen müssen. Allerdings gibt es Freibeträge: Erst ab 35.000 € Einnahmen pro Jahr unterliegen sie der Körperschafts- und Gewerbesteuer. Mehr dazu erfahren Sie in Heinrich Dreyers Beitrag über wirtschaftliche Geschäftsbetriebe in gemeinnützigen Vereinen.


Dieser Artikel ersetzt keine Beratung durch einen Spezialisten. Ziehen Sie lieber rechtzeitig einen hinzu. Hinterher kann es zu spät sein…

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Marcus Paul Marcus Paul (* 1980) war von 2009-2016 Mitarbeiter der Montag Stiftung Urbane Räume. Nun ist er bei Startklar! Projektkommunikation und kümmert sich um Projekte im Landesprogramm "Initiative ergreifen". Seit 2015 baut er in Halle (Saale) ein neues Projekt im Programm "Initialkapital für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung" auf. 2012-2015 verantwortete er die Entwicklung des Programms Neue Nachbarschaft. Marcus Paul studierte Architektur/Städtebau und Elektrotechnik an der RWTH Aachen. Nach seinem Studium arbeitete er in verschiedenen Architekturbüros in Aachen und Köln.