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Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer – Who is who?

Wenn es um Fachleute geht, die sich in (steuer-) rechtlichen Sphären auskennen, werden diese drei Berufsgruppen gerne in einem Atemzug genannt. Alle drei gehören zu den rechts- und wirtschaftsberatenden freien Berufen. Welche Kernkompetenzen wer mitbringt, wird hier kurz erklärt.

Rechtsanwälte

Vor Gericht vertritt der Rechtsanwalt die Interessen seines Mandanten und unterstützt in seiner Funktion als Organ der Rechtspflege den Richter bei der Rechtsfindung. Dabei ist er jedoch nicht unabhängig sondern handelt stets parteilich im Sinne seines Mandanten. Um nicht in einen Interessenskonflikt zu kommen, dürfen sie immer nur eine Seite in einem Streitfall beraten. 2014 gab es bundesweit 162.695 (Quelle: www.brak.de) Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen. Um als Rechtsanwalt tätig zu werden muss man ein rechtswissenschaftliches Universitätsstudium absolvieren, das mit der ersten juristischen Staatsprüfung abschließt. Nach zweijährigem Referendariat folgt die zweite Staatsprüfung und die Zulassung zum Rechtsanwalt.

Steuerberater

Steuerberater sind Interessensvertreter ihrer Mandanten und dem Gemeinwohl verpflichtet. 2012 waren 78.654 (Quelle: www.bstbk.de) Steuerberater Mitglieder in den Steuerberaterkammern. Wie der Rechtsanwalt ist der Steuerberater ein klassischer Kammerberuf. Voraussetzung zur Aufnahme ist die Steuerberaterprüfung entweder nach einer akademischen Ausbildung mit anschließender praktischer Tätigkeit oder über den berufspraktischen Weg (kaufmännische Berufsausbildung mit zehnjähriger Berufspraxis). Drei sog. Vorbehaltsaufgaben dürfen ausschließlich durch Steuerberater durchgeführt werden:

  • Die Deklarationsberatung umfasst vor allem die Hilfe bei der Erstellung von Steuererklärungen und die Überprüfung von Steuerbescheiden.
  • Die Gestaltungsberatung beinhaltet die vorausschauende Beratung für eine optimale Steuergestaltung.
  • Die Durchsetzungsberatung meint die Vertretung von Steuerpflichtigen gegenüber der Finanzverwaltung und Finanzgerichten.

Wirtschaftsprüfer

In Deutschland gibt es 14.591 Wirtschaftsprüfer (Quelle: www.wirtschaftsprüfer.de). Für die Bestellung zum Wirtschaftsprüfer ist das Bestehen des Wirtschaftsprüfungsexamens und das dafür erforderliche Fachwissen entscheidend, nicht die vorausgegangene Hochschulausbildung. Das liegt daran, dass diesem Berufsstand aufgrund gesetzlicher Vorschriften Aufgaben alleinig (d.h. sie dürfen nur von Wirtschaftsprüfern erledigt werden) zugewiesen sind. Wirtschaftsprüfer haben große Expertisen in der Prüfung von Bilanzen, der Steuer- und Unternehmensberatung bis hin zu Tätigkeiten als Gutachter und Treuhänder. Sie prüfen zum Beispiel Abschlussprüfung von großen Kapitalgesellschaften und führen betriebswirtschaftliche Prüfungen durch. Sobald ein Unternehmen in Deutschland zwei der drei folgenden Merkmale überschreitet, ist es prüfungspflichtig:

  • 4.840.000 Euro Bilanzsumme
  • 9.680.000 Euro Jahresumsatz
  • Mehr als 50 Arbeitnehmer (Da insbesondere größere Firmen nicht nur eine unternehmerische, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung tragen.)

 

Autor/en

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Kristin Gehm Seit der ersten Stunde der Montag Stiftung Urbane Räume 2006 ist Kristin Gehm mit an Bord. Erst zum Thema Pädagogische Architektur tätig, ist sie seit 2014 ein Teil des Teams Neue Nachbarschaft. Sie hat in Nürnberg Architektur und in Bamberg Denkmalpflege studiert, bevor sie 2004 in Dortmund im Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung ihr Berufsleben begonnen hat.