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Vereinsgründung und Mustersatzung

Der Verein gilt vielen als eine der erfolgreichsten Organisationsformen der Zivilgesellschaft. Und so denken auch nicht wenige Initiativen irgendwann darüber nach, selber einen Verein zu gründen. Sieben Mitglieder reichen aus, um ihn ins Leben zu rufen. Allerdings hat der Gesetzgeber sehr genau geregelt, wie die Satzung, die jeder Verein braucht, aufgebaut sein muss.

Die Satzung muss u.a. Aussagen zu den Zielen und Aufgaben des Vereins, zu Rechten und Pflichten seiner Mitglieder und über die Kompetenzen des Vorstandes enthalten. Die Vorgaben hat der Gesetzgeber in §60 AO (Abgabenordnung) geregelt. Die Mustersatzung ist eine Anlage zu §60 AO. Sie enthält die notwendigen Punkte und soll bei der Vereinsgründung wörtlich übernommen werden. Obwohl das erst einmal sehr restriktiv klingt haben Sie bei der Gestaltung Ihrer Satzung sehr große Spielräume, die es individuell zu füllen und mit Ihren Mitstreitern auszuhandeln gilt. Zum Beispiel welche Organe Sie sich neben dem Vorstand und der Mitgliederversammlung geben oder mit welchen Kompetenzen sie ausgestattet sind.

Damit Sie mit den juristischen Formulierungen nicht allein dastehen, gibt es von vielen Autoren kommentierte Mustersatzungen (Beispiel auf vereinsrecht.de, Autor: Christian Koch). Streben Sie eine steuerliche Begünstigung (sog. Gemeinnützigkeit) an, sollten Sie sich zusätzlich §52 AO anschauen, denn es gibt bloß 25 gemeinnützige Zwecke. Sehr informativ ist außerdem die Broschüre Steuertipp gemeinnützige Vereine des Rheinland-Pfälzischen Finanzministeriums.

Bitte denken Sie daran, dass alle Kommentare und Artikel wie dieser nur Hinweise geben können. Ziehen Sie im Zweifelsfall einen Fachmann hinzu. Viele von ihnen arbeiten pro bono und selbst wenn Sie ein kleines Honorar zahlen müssen, erspart Ihnen das an anderer Stelle viel Stress.

Damit Ihnen ein Fachmann helfen kann, müssen Ihre Mitstreiter und Sie allerdings genau wissen, was sie mit Ihrer Initiative tun wollen. Der Rest wird dann passend gemacht.


Quellen: www.gesetze-im-internet.de, www.vereinsrecht.de

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Marcus Paul Marcus Paul (* 1980) war von 2009-2016 Mitarbeiter der Montag Stiftung Urbane Räume. Nun ist er bei Startklar! Projektkommunikation und kümmert sich um Projekte im Landesprogramm "Initiative ergreifen". Seit 2015 baut er in Halle (Saale) ein neues Projekt im Programm "Initialkapital für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung" auf. 2012-2015 verantwortete er die Entwicklung des Programms Neue Nachbarschaft. Marcus Paul studierte Architektur/Städtebau und Elektrotechnik an der RWTH Aachen. Nach seinem Studium arbeitete er in verschiedenen Architekturbüros in Aachen und Köln.