Grafik: HauptwegNebenwege / Fred Fuchs

Grafik: HauptwegNebenwege / Fred Fuchs

Professionalisier Dir! Vom Engagement zum Projekt

Sie haben eine Projektidee und einige Mitstreiter und wollen sich nun professionalisieren? Kerstin Asher, Thomas Hebler und Christian Petschke bennen die Punkte, die Sie dabei auf jeden Fall durchdenken sollten.

„Wie kommt man vom Engagement zum Projekt?“

In einem ersten Schritt müssen die innovativen Projektkerne sichtbar gemacht und geschärft werden. Dabei sollten die Kernkompetenzen und Kernanliegen der Projektinitiatoren herausgearbeitet werden sowie die Projektziele und das Projektprofil. Die Ausrichtung des Projektes auf klare Ziele kann zudem dabei helfen, in Zusammenhänge von integrierten Stadt-, Quartiers- bzw. Dorfentwicklungsansätzen zu passen, worüber perspektivisch Förderoptionen erkennbar werden können.

Sowie die Projektidee konkreter wird, stellt sich die Frage nach einem abgesicherten Träger- und Organisationskonzept für Eigentum und Betrieb. Hierzu gehören in erster Linie

  • die Organisation der personalen Kernverantwortung (z.B. Vorstand, Geschäftstelle, Förderverein),
  • die Klärung der Eigentumskonstruktion (z.B. Miete/Pacht, Eigentum bei Projektträger/Kommune/Dritten),
  • die Bildung einer Betreibergesellschaft im Rahmen des Gesamtprojektes (z.B. Verein, gGmbH, Genossenschaft, (Bürger-)Stiftung).

Darüber hinaus ist es wichtig, dass das Projekt verantwortlich durchgearbeitet wird, um am Ende ein belastbares Konzept zu haben. Grundsätzlich sollte aufgezeigt werden:

  • eine umsetzungsfähige und baulich qualifizierte Planung,
  • Kosten- und Finanzierungsoptionen für bauliche Investitionen,
  • eine belastbare Trägerkonstruktion für Eigentum und Betrieb,
  • eine tragfähige Wirtschaftlichkeit für den Betrieb.

Für die Umnutzung einer Immobilie wird häufig ein Konzept verlangt. Oftmals haben Projektinitiativen nur grobe Vorstellung vom dem, was sie dort konkret tun möchten. Hier kann es helfen auszuloten, ob zunächst die Räume provisorisch „zwischengenutzt“ werden können (evtl. Moratorium aushandeln), um Projektmöglichkeiten auszutesten und während dieser Zeit ein umsetzungsfähiges Projekt mit Partner weiterzuentwickeln und auf Realisierbarkeit hin zu prüfen.

Autor/en

Foto: Kerstin Asher

Kerstin Asher ist Geografin mit den Schwerpunkten Stadtentwicklung und Wirtschaft. Sie war sehr lange im entwicklungspolitischen Bereich tätig. Seit 2007 arbeitet sie bei startklar.projekt.kommunikation, wo sie das Programm Initiative ergreifen betreut.

Foto: Christian Petschke

Christian Petschke kommt aus der unmittelbaren Projektpraxis – aus den Reihen der Solinger Beroma eG. Die Genossenschaft betreibt dort einen kleinen Nachbarschaftsladen. Sie wurde 2009 durch den Bürgerverein WIR in der Hasseldelle e.V. gegründet, als der letzte Nahversorgungsladen des Stadtteils zu machte.