How-to – Die Überzeugungsarbeit

Nachbarschaftsprojekte müssen überzeugen können – Mitmacher, Finanziers und Türöffner. Ein an Bedarfen ausgerichtetes und gut durchdachtes Projekt hat die größten Erfolgschancen.

Viele Initiativen können die Ergebnisse und Wirkung ihres Projektes, vor allem auf der sozialen Ebene, nur schwer mit finanziellen Kennzahlen abbilden. Soll das trotzdem gelingen, empfiehlt sich eine detaillierte Analyse des Projektes, von Beginn an. Wenn den Beteiligten klar ist, wohin es wie gehen soll, lassen sich außenstehende Personen eher gewinnen und die Erfolgschancen des Projekts steigen. Auch wenn die Projekte laufen, ist es stets wichtig die sozialen Erfolge der Vorhaben darzustellen und diese zu kommunizieren. Dies kann man z.B. durch eine Sozialbilanz tun, die neben den finanziellen Kosten und Umsätzen den Mehrwert der Unternehmungen sichtbar machen kann. Generell wichtig für alle Projekte ist:

  • Bedürfnisermittlung vor Ort: Was brauchen wir wo, wie viel und warum? „Ich möchte mal ein Projekt machen“ ist nicht sehr erfolgsversprechend, wenn keine Bedarfsanalyse vorliegt (Defizit- und Ressourcenanalyse oder Planning-for-Real)
  • Frühzeitige Einbindung von Schlüsselakteuren und Partnern. Erledigen die Bewohner ihre Einkäufe beispielsweise im neu errichteten Dorfladen um die Ecke, kaufen sie ihr Brot auch wieder beim Bäcker nebenan und nicht im Backshop im entfernten Einkaufsmarkt, den sie ohne den Dorfladen hätten aufsuchen müssen – der Bäcker hat ein wirtschaftliches Interesse an der Umsetzung und dem Erfolg des Dorfladens und bringt sich gerne in das Projekt ein.
  • Festlegen zentraler Ziele, Maßnahmen, Werte und Verantwortlichkeiten gemeinsam mit möglichst vielen Partnern.

Mehr Tipps zur Projekt-Kommunikation gibt es im kleinen Kampagnen-Einmaleins.


Anfragen richten Sie bitte an die Autorin

Heike Birkhölzer
Technologie-Netzwerk Berlin e.V.
Wiesenstr. 29
13357 Berlin
www.planning-for-real.de
www.technet-berlin.de
www.soziale-oekonomie.de

Autor/en

Foto: Heike Birkhölzer

Heike Birkhölzer , 1967 geboren, ist Diplomingenieurin für Stadt- und Regionalplanung und Vorstandsvorsitzende des Technologie-Netzwerks Berlin e.V. TechNet betreibt Forschung und Entwicklung im Bereich Lokaler und Sozialer Ökonomie sowie unter anderem die Berliner Entwicklungsagentur für Soziale Unternehmen und Stadtteilökonomie BEST, eine Unternehmensberatung für Soziale Unternehmen. Heike Birkhölzer ist außerdem Gründerin und Vorstand der Graefewirtschaft e.V. und der Weltküche.

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Antje Eickhoff Team Neue Nachbarschaft der Montag Stiftung Urbane Räume: Antje Eickhoff (Dipl.-Ing. Raumplanung) ist zuständig für die Themen der Neuen Nachbarschaft, Initialkapital und Quartiersentwicklung. Sie bringt Erfahrungen aus dem Quartiersmanagement und aus der Stadterneuerung in Köln, Bonn, Düsseldorf und Bergheim mit und ist als Fachkraft für barrierefreies Bauen ausgebildet.