Foto: Espen Eichhöfer/ © Montag Stiftung Urbane Räume

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Besser breit aufstellen statt in der Öko-Nische zu verschwinden

Workshop Organisationsentwicklung: „Ihr müsst euch breiter aufstellen. Euer Anliegen sollte mehr in Richtung Stadtentwicklung gehen. Der Umweltaspekt verengt das Vorhaben zu sehr.“ Diese Empfehlung gab Joachim Boll, Experte für Stadterneuerung und Stadtentwicklung, seiner Workshop-Teilnehmerin Gaby von der Initiative „Recycling-Kosmos Ottakringer Straße Wien“.

Die Initiative setzt sich für die Nutzung leerstehender Geschäftslokale für offene Reparatur- und Wiederverwertungs-Werkstätten rund um diese Straße ein. Gegründet wurde sie aber ursprünglich, um grundsätzlich etwas gegen den hohen Leerstand in diesem Wiener Stadtviertel zu tun. „Wir sind tatsächlich zu sehr in die Ökoecke gerückt.“ So sah es nach intensiver Diskussion auch Gaby, die mit dem allerjüngsten Werkstatt-Teilnehmer angereist war; ihrem drei Monate alten Sohn Oscar.

Wie manage ich mein Projekt am besten? Was passiert, wenn wir wachsen? Das waren die häufig gestellten Fragen in diesem Workshop. Mit dabei neben den Wienern auch der Werk.Stadt.Laden aus Dresden, der bereits eine offene Reparatur-Werkstatt im Stadtteil Löbtau betreibt, die Familienwerkstatt Menschenskinder aus Darmstadt und die Initiativen „Generation 50 plus“ und „Wir für Sie“ aus Hamburg mit der – mit 78 Jahren –  ältesten Teilnehmerin Renate.

Joachim Boll: „Man muss manchmal eben andere Fragen stellen und Antworten suchen als die klassischen. Zum Beispiel beim Recycling-Kosmos: Wie kriegt man auch die Eigentümer der leerstehenden Immobilien mit ins Boot?“ Die andere Seite also auch mit einbinden und mit in den Blick nehmen, lautet der Ratschlag.

Frauke Burgdorff, Vorständin der Montag Stiftung, war ebenfalls mit von der Partie und regte mit Blick auf die Wiener Initiative an, doch eine alternative Immobilien-Vermarktungs-Agentur zu gründen, die den Leerstand makelt.

Von einem „Leerstand-Makler“ in Dresden könnte auch Marc vom Werk-Stadt-Laden profitieren. Denn die im Stadtteil schon etablierte und erfahrene Initiative hat für einen Teil ihrer Räume die Kündigung bekommen und ist jetzt auf der Suche nach neuen geeigneten Räumen.

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Susanne Küppers Susanne Küppers, geboren 1963 in Duisburg, freie TV-, Zeitungs- und Online-Journalistin, Ausbildung: Volontariat  Westdeutsche Zeitung Düsseldorf, Studium Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Köln, lebt in Köln.


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