Foto: HauptwegNebenwege/EE

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Im Interview: Tag der offenen Hinterhöfe

Einmal im Jahr (nächster Termin: 01. September 2013) öffnen die Bewohner des Hagener Stadtteils Wehringhausen ihre Hinterhöfe. Der Blick in Nachbars Garten wird möglich, private Räume werden öffentlich und zeigen verborgene, grüne Alltags-Oasen. Nicht einsehbar von außen, keine groß angelegte Gärten, sondern ein Spiegel der Bewohner mit Eigeninitiative. Sie möchten den Blick für die Möglichkeiten im Kleinen öffnen; dafür, wie grüner Raum Kommunikationsfläche für alle beteiligten Anwohner bieten kann: ein Platz zum Austausch, Plaudern, Spielen oder einfach nur zum Relaxen. Was früher in Nachbarschaften normal war, ist heute schon fast Luxus, den man auch für wenig Geld gestalten kann.

Wer hat den Stein ins Rollen gebracht; wer hat als erster Verantwortung übernommen?

[quote]In 2005 gab es das EU-Projekt „Cities regain identity and images“ für den Stadtteil, in dessen Rahmen eine Fotoausstellung zum Thema „Wohnumfeldverbesserung“ konzipiert wurde. Dabei fielen uns die vielen positiven Beispiele auf, wie Bewohnerinnen und Bewohner ihre Hinterhöfe selber begrünt und verschönert haben. Die wollten wir der Öffentlichkeit zeigen und an einem Tag zugänglich machen. In den darauffolgenden Jahren haben wir dann mit zahlreichen Helfern, also engagierten Bürgern, dieses Projekt ehrenamtlich weiter organisiert.[/quote]

Was hat Sie motiviert?

[quote]Wir leben hier – freiwillig – im Hagener Stadtteil Wehringhausen und wir möchten unser Wohnumfeld und die Nachbarn noch besser kennen lernen und attraktiver gestalten. Raus aus der Anonymität, wissen wer nebenan wohnt, mit mehr Mit- als Gegeneinander.[/quote]

Was hat sich durch Ihr Projekt verändert?

[quote]Die Menschen lernen sich besser kennen, knüpfen neue Kontakte und merken, dass man mit Eigeninitiative auch etwas selbst machen kann, anstatt immer nur zu meckern. Viele Besucher sind nachher tatsächlich in unseren Stadtteil gezogen, weil wir Ihnen so schöne Seiten aufzeigen konnten. Und immer mehr ziehen mit der Begrünung ihrer Hinterhöfe nach, denn Grün ist schöner als Beton.[/quote]

Von wem oder wie wünschen Sie sich Unterstützung?

[quote]Es wäre schön, wenn noch mehr Menschen kommen würden und wir noch mehr Nachahmer finden könnten. Die Presse könnte uns dabei sehr helfen – und die Verwaltung / die Stadt, die den Tag der offenen Hinterhöfe bisher leider weitestgehend zu belächeln scheint und nicht öffentlich kommuniziert. Schön wäre auch, wenn mehr Vereinigungen aus dem Stadtteil mitziehen würden, denn wir haben doch eigentlich alle dasselbe Ziel: den Stadtteil l(i)ebenswerter zu machen.[/quote]

Welche sind die nächsten Schritte in Ihrem Projekt?

[quote]Wir möchten das Grüne von Hinten nach vorne, auf die Straße holen, uns mit Interessierten auch abseits dieses einen Tages treffen und noch mehr Rahmenprogramm anbieten. Ein Traum von uns ist es, einen multikulturellen Gemeinschaftsgarten anzulegen und so die Kommunikation zu fördern.[/quote]

Der nächste Tag der offenen Hinterhöfe findet am 01. September 2013 statt. Die Organisatoren, Silke Pfeifer, Sarah Stenzel und Wolfgang Maier, laden alle Interessierten ganz herzlich dazu ein, sich ihr Projekt einmal live und in Action anzusehen. Das Programm gibt es hier: http://www.tag-der-offenen-hinterhoefe.de

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Jennifer van de Loo Bis 2014 Teil des Teams Neue Nachbarschaft der Montag Stiftung Urbane Räume